• Papua-Neuguinea mit neuem Höhenflug in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste
  • Fussball des Landes hat in den letzten Jahren diverse Meilensteine erreicht
  • Die Kapuls sind eine von vier OFC-Nationen, die noch im Rennen um die WM-Startplätze sind

Papua-Neuguinea scheint im Fussball derzeit nicht aufzuhalten zu sein, und die A-Nationalmannschaft des Landes geht mit wehenden Fahnen voran. Das Land ist selbst nach ozeanischen Maßstäben ein Spätentwickler. Viele wurden 2010 zum ersten Mal auf die Nation aufmerksam, als Hekari United aus Port Moresby die Vormachtstellung der neuseeländischen Klubs in der OFC Champions League durchbrach und sich so für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2010 qualifizierte. Fünf Jahre später errang die U-23-Auswahl des Landes eine Medaille bei den Pazifik-Spielen.

In den letzten zwölf Monaten ist die Liste der erreichten Meilensteine jedoch überdimensional angewachsen. Letztes Jahr zog die A-Nationalmannschaft Papua-Neuguineas – in Anlehnung an ein putziges Beuteltier auch die Kapuls genannt – zum ersten Mal ins Finale des OFC Nationen-Pokals ein und hätte sich um ein Haar ein Ticket für den FIFA Konföderationen-Pokal gesichert. Damit hatte im Vorfeld sicherlich kaum jemand gerechnet.

Außerdem richtete das Land mit der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft sogar sein erstes FIFA-Turnier aus.

Mittlerweile befindet sich Papua-Neuguinea in Schlagdistanz eines weitere Meilensteins: einem Startplatz in der ozeanischen Playoff-Runde zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™. Die Belohnung für die jüngsten Erfolge des Teams ist eine neue Bestplatzierung in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. Papua-Neuguinea ist 14 Plätze nach oben geklettert und belegt jetzt Rang 156.

Hürden überwinden
Die Fussballgeschichte des Landes begann erst in den 1990er Jahren ernsthaft Formen anzunehmen. Obwohl Papua-Neuguinea im Hinblick auf die Bevölkerungszahl das derzeit größte OFC-Mitglied ist, begann die WM-Odyssee des Landes bemerkenswerterweise erst während der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1998™, während die Rivalen aus Melanesien bereits viel früher durchgestartet waren.

Das Potenzial Papua-Neuguineas war bereits von Beginn an zu erkennen. Die Kapuls starteten nämlich mit einem beachtlichen Sieg gegen Neuseeland in die Qualifikation für die WM 1998. Papua-Neuguinea zählt jedoch zu den ländlichsten Nationen der Erde. Dies bringt Herausforderungen mit sich, die auch in der heutigen Zeit noch spürbar sind. Jede Reise zwischen größeren Städten ist mit einem teuren Flug verbunden.


(Nach Papua-Neuguineas 2:1-Sieg gegen Tahiti in Papeete im Rahmen der dritten Runde der OFC-Qualifikation für die FIFA-WM ist in Gruppe B wieder alles offen.)

"Es gibt viele Talente in diesem Land, allerdings ist es aufgrund der geographischen Gegebenheiten schwer, sie zu finden", so Flemming Serritslev, der aus Dänemark stammende Trainer der Nationalmannschaft Papua-Neuguineas, im Gespräch mit FIFA.com. "Man muss auf der Suche nach Talenten in sehr ländliche Gebiete vorstoßen, doch ich glaube, das haben wir gemacht."

Dennoch ist dies eine Hürde, die Serritslev, ein lebhafter 70-Jähriger, und sein Team erst nach und nach überwinden. Im Juni muss das Team in einer Heim- und Auswärtsserie gegen die Salomon-Inseln antreten. Wenn man gegen den melanesischen Rivalen insgesamt vier Punkte holt, zieht das Team in die Playoff-Runde der OFC ein und trifft dort auf Neuseeland. Der Gewinner dieses Duells spielt gegen den Fünftplatzierten der Südamerika-Qualifikation um ein Ticket für Russland 2018.

Neue Horizonte, neuer Erfolg
Es heißt immer, ein Erfolg zöge den nächsten nach sich. Auf Papua-Neuguinea trifft diese Aussage definitiv zu. Nach den großartigen Erfolgen bei der letztjährigen Auflage des Nationen-Pokals stehen nun zahlreiche Nationalspieler des Landes im Ausland unter Vertrag – mehr als bei allen anderen Inselnationen der OFC.

"Nach dem Nationen-Pokal standen unsere Spieler im Brennpunkt, und das war gut für die einzelnen Akteure", so Serritslev. "Es ist gut für die Spieler, in einer stärkeren und größeren Liga als unserer aktiv zu sein, in der sie jede Woche auf dem Prüfstand stehen."

Die nächste Herausforderung wird nun darin bestehen, den Aufwärtstrend fortzusetzen, und zwar unabhängig von den Ergebnissen der WM-Qualifikation im weiteren Jahresverlauf. "Ich hoffe, wir können das Team weiterentwickeln, indem wir in den Länderspiel-Zeitfenstern regelmäßig Spiele bestreiten", meint Serritslev. "Der Verband tut alles in seiner Macht stehende, um die positive Entwicklung der A- und Junioren-Nationalteams fortzusetzen, damit wir den nächsten Schritt tun können."