• Australiens Kapitän bei der ersten Teilnahme am FIFA Konföderationen-Pokal seit zwölf Jahren
• Australien bisher je ein Mal im Finale und im Halbfinale
• "Stolze Bilanz beim FIFA Konföderationen-Pokal unterstreicht die australische Mentalität"

In seinem vierten Jahr als Australiens Kapitän steht Mile Jedinak mit den Socceroos kurz vor der zweiten Teilnahme an einem Weltturnier. Nachdem er die australische Kapitänsbinde bereits bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ trug, wird der zentrale Mittelfeldspieler von Aston Villa die Socceroos im Juni beim FIFA Konföderationen-Pokal Russland 2017 gegen Deutschland, Chile und Kamerun aufs Feld führen.

Jedinak sprach mit FIFA.com über seine Erinnerungen an die früheren Erfolge Australiens beim FIFA Konföderationen-Pokal, über die enorme Entwicklung der Socceroos unter Trainer Ange Postecoglou und über die Herausforderung, gegen die besten Teams der Welt anzutreten.

FIFA.com: Welche Erwartungen haben Sie in Bezug auf Russland 2017, wo Sie auf einige der besten Teams der Welt treffen?
Mile Jedinak:
Die Teilnahme an großen Turnieren ist sehr wichtig für die Entwicklung unseres Teams und wir freuen uns sehr darauf. Der FIFA Konföderationen-Pokal bedeutet für uns mindestens drei Spiele gegen Weltklasseteams und sogar die seltene Chance, einen wichtigen internationalen Titel zu gewinnen. Natürlich ist es auch vorteilhaft, dass wir uns zwölf Monate vor der WM schon einmal in Russland akklimatisieren können. Wir werden in mehreren WM-Stadien spielen und einen ersten Eindruck von der Kultur, den Gebräuchen und dem gesamten Umfeld bekommen. Das bedeutet für die WM 2018 einen kleinen Vorteil.

Welche Veränderungen können die Fussballfans rund um die Welt von Australien in Russland erwarten, verglichen mit der WM 2014 in Brasilien?
In Brasilien waren wir ein noch sehr junges Team und hatten noch viel zu lernen. Wir haben zwar unseren Kampfgeist gezeigt, aber letztlich alle drei Spiele verloren. Mit unserem Boss (Postecoglou) haben wir seitdem viel wertvolle Spielpraxis erworben und uns nicht nur für die WM qualifiziert, sondern auch eine Spielweise entwickelt, mit der wir bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ einen starken Eindruck hinterlassen können. Der FIFA Konföderationen-Pokal ist ein weiterer wichtiger Schritt auf diesem Weg.

Australien hat eine beeindruckende Bilanz beim FIFA Konföderationen-Pokal. Kann die aktuelle Mannschaft auch in diesem Jahr für Furore sorgen?
Wir können stolz auf unsere Bilanz beim FIFA Konföderationen-Pokal sein. Sie zeigt die australische Mentalität, wenn wir vor großen Herausforderungen stehen. Wir fahren nach Russland, um der Welt zu zeigen, wie weit es Australien als Fussballnation gebracht hat.

Sie waren schon bei der WM 2014 Australiens Mannschaftskapitän. Empfinden Sie es als Ehre, ihr Team bei einem großen Turnier zu führen?
Für Australien auf dem Fussballfeld zu stehen, ist an sich schon eine große Ehre. Das ist das höchste, was man als Fussballer erreichen kann. Die Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft als Kapitän aufs Feld zu führen, ist allerdings noch einmal eine ganz andere Sache. Das ist nicht nur eine große persönliche Ehre für mich. Auch meine Familie und meine Freunde können sich darüber sehr freuen.

Erinnern Sie sich noch gut an die bisherigen Teilnahmen der Socceroos, beispielsweise an die Siege gegen Frankreich und Brasilien 2001 oder den Finaleinzug 1997?
Ja, natürlich. Es ist eine große Ehre, für die australische Nationalmannschaft zu spielen. Aber wir müssen auch diejenigen respektieren, die vor uns kamen, und die jungen Talente inspirieren, die davon träumen, in unsere Fußstapfen zu treten. Ich erinnere mich noch an den FIFA Konföderationen-Pokal 2001 und daran, welchen Schub die Siege gegen Frankreich und Brasilien dem Fussball in der Heimat verliehen haben.

1997 liegt noch etwas weiter zurück, damals war ich noch ein sehr junger Teenager. Aber ich erinnere mich noch an fast alle Spieler aus dem Team, das nur um Haaresbreite die Qualifikation für die FIFA Fussball-WM 1998 verpasst hat. Diese Mannschaft hatte die pefekte Mischung aus Jugend und Erfahrung. Neben den alten Hasen wie Graham Arnold, Aurelio Vidmar, Alex Tobin, Ned Zelic und Robbie Slater waren auch jüngere Spieler dabei wie Harry Kewell, Mark Viduka, John Aloisi und Josip Skoko. Für die älteren Spieler, die australischen Pioniere in Europa, war dies das Ende ihres Weges, doch für den australischen Fussball war es der Anfang einer großartigen Ära.

Zahlen und Fakten zu Mile Jedinak
70 Länderspiele für Australien – Im aktuellen Kader hat nur Tim Cahill noch mehr.
28 Einsätze als Kapitän – Nur fünf Spieler trugen öfter die australische Kapitänsbinde.
1 – Mile Jedinak ist der einzige Spieler, der Australien zum Gewinn des AFC Asien-Pokals geführt hat.